Schwerpunkte 2019/20

Konzerte mit Orchester

Joseph Haydn: Konzerte C-Dur Hob:VIIb/1 und D-Dur Hob:VIIb/2
Antonín Dvořák: Konzert h-moll, op.104
Edward Elgar: Konzert e-moll, op. 85
Paul Hindemith: Konzert für Cello und Orchester (1940)

weitere Solokonzerte - siehe Repertoireliste

Recitals mit Paul Rivinius, Klavier

In dieser Saison spiegeln unsere Programme die vielfältigen Beziehungen zwischen Komponisten wider: die persönlichen Freundschaften und Begegnungen ebenso wie die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Schaffen von Vorgängern und Zeitgenossen.

I. Widmungen
Widmungen können vieles über Komponisten und ihre Werke erzählen. Die zweite Ehefrau des Komponisten Debussy, der cellobegeisterte König von Preußen, der Cello-Titan des 20. Jahrhunderts Rostropowitsch oder der einflussreiche Geigenvirtuose Ysaÿe: sie alle inspirierten einige der bedeutendsten Kammermusiken für Violoncello und Klavier.  

Claude Debussy Sonate für Violoncello und Klavier d-moll (seiner Ehefrau Emma Bardac gewidmet) 
Benjamin Britten Sonate für Violoncello und Klavier C-Dur, op. 65 (Mstislav Rostropowitsch gewidmet)
Ludwig van Beethoven Sonate für Klavier und Violoncello, op. 5 Nr. 2 (König Friedrich Wilhelm II. von Preußen gewidmet) 
César Franck Sonate A-Dur (Fassung für Violoncello und Klavier) (Eugène Ysaÿe gewidmet)

II. Bach und die Folgen
Bachs Schaffen hat bis heute Generationen von Komponisten beschäftigt. Sein Umgang mit der Form, mit Kontrapunkt und Harmonik forderte alle großen Komponisten von der Klassik bis zur Moderne heraus.

Paul Hindemith Sonate für Violoncello und Klavier, op. 11 Nr. 3 
Ludwig van Beethoven Sonate für Klavier und Violoncello Nr. 5 D-Dur, op. 102 Nr. 2 
Johann Sebastian Bach Sonate für Viola da Gamba Nr. 3 g-moll BWV 1029
Johannes Brahms Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 1 e-moll, op. 38
alternativ:
Max Reger Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 4 a-moll, op. 116

III.  Freundeskreise
Um Clara Schumann, deren 200. Geburtstag wir 2019 feiern, und die Künstlerzirkel der Romantik dreht sich dieses besondere Recital, das mit etlichen Raritäten aufwarten kann. 
Der Frankfurter Komponist Anton Urspruch (1850-1907), zu seinen Lebzeiten international geschätzt, wurde Claras Schumanns Kollege am 1878 neu gegründeten Hoch’schen Konservatorium. Als Ausdruck seiner Wertschätzung und Verehrung widmete er ihr seine Cello-Sonate op. 29. 
Ferdinand Hiller war als Pianist, Komponist, Dirigent und Pädagoge einer der einflussreichsten Musiker seiner Zeit. Der enge Freund und Weggefährte von Frédéric Chopin stand durch seine Tätigkeiten in Leipzig, Düsseldorf und schließlich Köln auch in enger Verbindung zu Robert und Clara Schumann. 
Johannes Brahms’ tiefe Zuneigung zu Clara Schumann ist bekannt und geheimnisvoll zugleich. Ihr Urteil über seine neuen Werke hatte für ihn zeit seines Lebens die höchste Bedeutung.

Robert Schumann Fantasiestücke für Violoncello und Klavier, op. 73
Anton Urspruch Sonate für Violoncello und Klavier D-Dur, op. 29 (Clara Schumann gewidmet)
Ferdinand Hiller Sonate für Klavier und Violoncello Nr. 2, op. 172
Frédéric Chopin Sonate für Violoncello und Klavier g-moll, op. 65  
alternativ:
Johannes Brahms Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 1 e-moll, op. 38
(alternativ Klaviersolo von Clara Schumann)

IV. Begegnungen
Die Begegnungen mit Dmitri Schostakowitsch wurden für Krzysztof Meyer, einem der bedeutendsten polnischen Komponisten unserer Zeit, zum Schlüsselerlebnis. Aus einem Mentorenverhältnis zwischen Respekt und Neugierde wurde Freundschaft – und nach Schostakowitschs Tod wurde Meyer der wichtigste Biograph des sowjetischen Komponisten. Auf ganz unterschiedliche Weise arbeiten diese beiden Komponisten (ganz in der slawischen Tradition) mit der Wahrnehmung des musikalischen Ausdrucks – und der Reaktion des Publikums darauf. 
Bereits zu Studienzeiten in Leningrad hatte Dimitri Schostakowitsch in den 1920er Jahren ausgiebige Kino-Erfahrungen als Stummfilm-Pianist sammeln können. In den späten 1940er Jahren war Dmitri Shostakovich bei Stalin in Ungnade gefallen. Aufführungen seiner Werke wurden durch die kommunistische Partei verboten, seine Stellung als Lehrer hatte er längst verloren. Allerdings erlaubte Stalin dem Komponisten die Arbeit für eine Reihe von Filmen - so schuf Shostakovich herrliche Musik, die seine Meisterschaft und seinen Witz nur noch bestätigen .

Die beschwingten und gleichzeitig melancholischen Variationen über ein slowakisches Volkslied des tschechischen Neoklassikers Bohuslav Martinů können diesem Recital noch eine weitere Farbe hinzufügen. 

Dmitri Schostakowitsch Moderato, Tarantella, Gigue, Romanze aus der Filmmusik „Die Pferdebremse“, op. 97
Krzysztof Meyer Sonate Nr. 1 für Violoncello und Klavier, op. 62
Bohuslav Martinů Variationen über ein slowakisches Thema für Violoncello und Klavier 
alternativ:
Krzysztof Meyer „drei mal vier“ für Violoncello und Klavier, op. 123
Dmitri Schostakowitsch Sonate für Violoncello und Klavier d-moll, op. 40

V. Verwandte Geister
„Es waltet in jeder Zeit ein geheimes Bündnis verwandter Geister. Schließt, die ihr zusammengehört, den Kreis fester, dass die Wahrheit der Kunst immer klarer leuchte, überall Freude und Segen verbreitend.“ So schließt Schumanns berühmter Artikel „Neue Bahnen“, der den zwanzigjährigen Brahms als einen „Berufenen“ ankündigt.
Es ist ein besonderes Erlebnis, die beiden so unterschiedlichen Sonaten von Johannes Brahms an einem Abend zu hören. Und was passt besser dazu als die Werke seines verehrten Freundes und Mentors Robert Schumann?  

Robert Schumann Adagio und Allegro für Violoncello und Klavier op.70
Johannes Brahms Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 1 e-moll op. 38
Robert Schumann 5 Stücke im Volkston für Violoncello und Klavier op. 102
Johannes Brahms Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 2 F-Dur op. 99 

VI. Beethoven-Zyklus: Die Sonaten und Variationszyklen in zwei Konzerten
Für Joanna Sachryn steht Beethoven – neben Schostakowitsch – im Zentrum ihres musikalischen Wirkens. 
„Ein Musikerleben ohne Beethoven ist für mich undenkbar. Beethoven verträgt keine Lieblichkeit, kein Nachlassen. Es geht nicht um musikalische Wellness.“