Porträt

"Joanna Sachryn ist eine technisch und künstlerisch brillante Cellistin, die es meisterhaft versteht, ihre spieltechnische Souveränität, ihr großes Musikverständnis und ihr Ausdrucksvermögen in Musik umzusetzen. Sie spielt die Musik nicht einfach – sie fühlt und lebt sie..."
(Walter Hilgers) 

"Wenn es wahr ist, dass sich die Musikalität von Interpreten am besten in den langsamen Sätzen ermessen lässt, dann ist Joanna Sachryn mit dieser Gabe reich gesegnet..." (Frankfurter Allgemeine Zeitung) 

Die in Polen geborene Cellistin Joanna Sachryn überzeugt mit Ausdrucksstärke und einer Persönlichkeit, die sich bewusst nicht in Schablonen pressen lässt. Ihre enorme Bühnenpräsenz und ihr unverwechselbarer Cello-Klang spiegeln ihre universale Erfahrung als Musikerin wieder – Kammermusikerin, Solistin, im Orchester und als Professorin. 

„Wissen und Lebenserfahrung spielen eine große Rolle bei Wahrnehmung einer Komposition: Sie schenken mir eine ganze Palette an Ausdrucksmöglichkeiten. So kann ich den Raum zwischen den Noten mit einer Aussage ausfüllen, die Gedanken und die Gefühlswelt des Komponisten aus dem Notentext entwickeln, ihnen meine persönliche Kontur geben.“ 
 

Ihren ersten Unterricht erhielt Joanna Sachryn mit 12 Jahren und schnell zeichnete sich ihre außergewöhnliche Begabung ab. Schon 4 Jahre später spielte sie das Konzert von Edward Lalo, was in ganz Polen ein enormes Echo ausgelöst hat. Mit 16 reiste sie im Rahmen von Jeunesse Musicale nach Paris und London - „The Observer“ pries damals schon ihre unge- wöhnlich starke Ausdruckskraft. Bereits mit 17 Jahren machte Joanna Sachryn als jüngste Solocellistin Polens am Stettiner Opernhaus Furore. 

Gleichzeitig absolvierte sie mit Auszeichnung ihr Diplom am Musikkonservatorium Stettin und erlangte Renommée als Preisträgerin nationaler Wettbewerbe. Ihr Studium führte sie in die Solistenklasse von Professor Gerhard Mantel an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt und zu William Pleeth nach London. 

„Für William Pleeth war es wesentlich, sich von rein musikalischen Vorstellungen leiten zu lassen, nicht von Fingersätzen oder sonstigen technischen Gegebenheiten.“ 
 

Weitere entscheidende Impulse erhielt Joanna Sachryn durch Repertoirestudien bei Mstislaw Rostropowitsch und Daniil Schafran. 

„Für mich zwei Giganten, zwei der größten Musiker überhaupt. Ihre Art war mir sehr nahe und half mir, meine eigenen Wurzeln in der slawischen Musiktradition zu stärken.“ 
 

Nach Diplom und Konzertexamen folgten Engagements in Spitzenorchestern Europas, darunter das Philharmonia Orchestra London, das Sinfonieorchester des WDR Köln, die Münchner Philharmonikern sowie die Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Im Chamber Orchestra of Europe begegnete Joanna Sachryn 2001 Nikolaus Harnoncourt. 

„Sein Mut, über das Gewohnte hinaus zu denken und zu musizieren, hat mich angesteckt und mich in meinem Tun bestätigt. Die Treue zum Notentext ist dabei für mich wie ein Haus mit festen Wänden. Darin darf ich mich frei bewegen.“ 


Auch als Kammermusikerin geht Joanna Sachryn konsequent ihren Weg. Sie musizierte mit Partnern wie dem Geiger Thomas Christian, den Cellisten Boris Pergamenschikow, Martin Ostertag, Johannes Goritzki und Eleonora Schoenfeld, den Kontrabassisten Günther Klaus, Wolfgang Güttler und Boguslaw Furtok, dem Oboisten Ingo Goritzki. Sie trat bei dem Schleswig-Holstein Musikfestival, dem Rheingau Musikfestival, Menuhin Festival in Gstaad, Liana Issakadze Festival in Georgien oder auch Shanghai Spring Festival. 

Im Mai 2018 gab sie gemeinsam mit der chinesischen Pianistin Sui Xin in Shanghai Symphony Hall ihr Recital-Debut mit den Werken von Bach und Schostakowitsch.
Besondere Aufmerksamkeit widmet sie ihren Ensembles: dem Duo mit dem Pianisten Paul Rivinius, dem Wiener Cello Ensemble 5+1 und dem Kölner Klaviertrio. 

Mit Paul Rivinius spielte sie bereits zu Studienzeiten. Die gemeinsamen Auftritte (u.a. in der Alten Oper Frankfurt und im Sendesaal des Hessischen Rundfunks) wurden von Publikum und Presse begeistert aufgenommen. In dieser Saison zelebriert das Duo mit ihrem Programm die aussergewöhnliche Musiker- Persönlichkeit - Clara Schumann. Gleich zum Auftakt des Jahres konzertiert das Duo bei der R.Schumann Gesellschaften in Frankfurt am Main und in Zwickau. Eine CD mit diesem Programm wird in der Cooperation mit HR - Hessischer Rundfunk und dem Label Kaleidos im Frühjahr 2019 aufgenommen. 

Im Wiener Cello Ensemble 5+1, gegründet von Kollegen der Wiener Philharmoniker, musiziert Joanna Sachryn seit 2009. Ob in Asien oder Europa - Wiener Musikverein, Menuhin Festival in Gstaad oder beim Internationalem Cello Festival in Kattowitz - das Ensemble löst mit seinen unkonventionellen Programmen und Auftritten Stürme der Begeisterung aus. In dieser Saison folgen erneut Tourneen nach Asien - mit Konzerten in Südkorea (Seoul Lotte - Concert Hall), Japan (Kyoto, Fukuoka und Suntory Hall in Tokyo) wie auch in den wichtigsten Sälen Chinas. 

Das Kölner Klaviertrio zählt seit über drei Jahrzehnten zu den international renommierten Kammermusikensembles. Bereits seit 1999 konzertiert Joanna Sachryn als Cellistin des Trios mit Walter Schreiber (Violine) und Günter Ludwig (Klavier) auf den Podien in Europa, Asien und Südamerika. 

Als Solistin genießt Joanna Sachryn viel Anerkennung.
So trat sie mit dem Korean Chamber Orchestra in Seoul (Seoul Art und Kumho Art Hall) und mehrfach auf den China-Tourneen des Deutschen Radio Kammerorchesters auf. Gemeinsam mit diesem Orchester spielte sie im Rahmen der Holocaust Memorial Concerts der Vereinten Nationen in Genf und in LAC Lugano. Mit dem Philharmonischen Orchester Regensburg trat sie als Solistin mit den Konzerten von Schostakowitsch (Nr.1), Hindemith (1940), Saint-Saëns, Tschaikowski (Rokoko Variationen) und Don Quichote von Richard Strauss. 

2018 - 2019 wird Joanna Sachryn mit dem Cellokonzert von Edward Elgar in Regensburg sowie in Ploieşti und Oradea (Rumänien) zu hören sein. Mit dem Konzert für Cello und Blasorchester von Friedrich Gulda wird sie das Jazz Festival in Ploiesti eröffnen.
Das Saint-Säens Cello Konzert spielt sie gemeinsam mit German Radio Orchester und dem Dirigenten Martin Fischer-Dieskau auf einer Tournee in China. 

Joanna Sachryn war für mehrere Jahre Professorin an der renommierten Tongji Unversität in Shanghai und gibt regelmäßig Meisterklassen in Europa und Asien (u.a. Internationalen Musikbegegnungsstätte Haus Marteau, Musikakademie Katowice Polen, Shanghai Music Conservatory oder Zhejiang Conservatory in Hangzhou, China). 

Seit 2016 ist sie Dozentin bei dem Projekt der EU - ESMA European Summer Music Academy in Kosovo.
Im Januar 2019 gehört sie zum Professoren-Team bei „Cello Family“ in Busan, Süd-Korea, wohl dem größten Cello Festival Asiens. 

Die beeindruckende Bandbreite ihrer musikalischen Erfahrungen ermöglicht es Joanna Sachryn, ihre mitreißenden Interpretationen immer wieder neu aus dem spontanen Moment des Musizierens heraus zu gestalten. 

„Cello spielen heißt für mich – erzählen!"

Joanna Sachryn spielt "Il Canone" - ein Cello des Geigenbauers Urs Mächler.